Das Destillieren

Die Geschichte des Schnapsbrennens, wie man das Destillieren landläufig nennt, wird immer wieder neu erfunden und in unzähligen Varianten erzählt. - Ein mit viel Mystik belegtes Thema. 
Im Grunde aber ist das Destillieren eine sachliche technische Geschichte.

Die Brennerei dient dem Destillateur dazu, sorgfältig vergorene Maischen verschiedener Fruchtarten zu destillieren. Aber Schnaps ist nicht Schnaps! 
Doch woher kommen die Unterschiede beim Brennen?

Die Destillation ist der Vorgang, bei dem die Dämpfe eines zum Sieden erhitzten Stoffes durch einen Kühler geleitet und dort kondensiert werden. 
Bei den vorliegenden Wasser-Alkohol-Gemischen verändert man durch Wärmezufuhr den Aggregatzustand vom flüssigen in den gasförmigen Zustand. 
Eine Brennmaische besteht aus den verschiedenartigsten Stoffen. 
Nicht alle dieser Inhaltsstoffe sind flüchtig. Die Nichtflüchtigen verbleiben beim Brennen in der Blase, die flüchtigen Bestandteile verdampfen und gehen mit über in den Kühler. 
Der Siedepunkt der flüchtigen Bestandteile - der Moment, an dem ein Stoff in den gasförmigen Zustand übergeht - ist von Stoff zu Stoff verschieden. 
Jeder Siedepunkt wird mit der entsprechenden Temperatur festgelegt.

Siedepunkte verschiedener Stoffe:

Blausäure 26   °C
Acrolein 52   °C
Methylalkohol 64   °C
äthylalkohol 78   °C
Propylalkohol 97   °C
Wasser 100 °C
Essigsäure 108 °C
Furfurol 162 °C

 



Die Trennung gewisser Stoffe kann nie allein über den Siedepunkt erfolgen, da sich einzelne Stoffe an andere mit höheren Siedepunkten binden, 
wodurch sich der eigentliche Siedepunkt des reinen Inhaltsstoffes verschiebt. Diese verschiedenen Stoffe werden mittels einer fraktionierten Destillation getrennt. 
Das heißt, dass während des Brennvorgangs verschiedene Teile (Fraktionen) getrennt werden. Die einzelnen Fraktionen enthalten verschiedenste Inhaltsstoffe in verschiedenen Konzentrationen. 
Man unterscheidet den Vor-, Mittel- und Nachlauf. Die Trennung dieser Fraktionen erfolgt besonders bei Edeldestillationen sensorisch über Nase, Zunge und Auge und bedarf hoher Aufmerksamkeit, um den Umschaltvorgang von Vor- auf Mittellauf und zum Ende auf Nachlauf korrekt zu wählen. 
Dieser Vorgang ist auf unserer Anlage von entscheidender Bedeutung, da wir eine sogenannte Doppelkühlanlage besitzen, welche durch einem auf dem Helm angebrachten 3-Wege-Hahn angesteuert wird. Der Vorlauf nimmt seinen Weg direkt zum Kühler und wird dort abgeschieden. 
Beginnt der Mittellauf, so wird der 3-Wege-Hahn umgeschaltet und er nimmt seinen Weg durch die seitliche 
Verstärkerkolonne, in welcher der trinkbare Alkohol produziert wird. 
Bei ca. 50% Alkoholgehalt wird von uns der Mittellauf abgebrochen, und es wird wieder auf Vorlauf bzw. jetzt Nachlauf, welcher für qualitativ 
hochwertige Destillate nicht genutzt wird, umgeschaltet. Durch dieses Umschalten bleibt die Verstärkerkolonne 
immer frei von schädlichen und aromabeeinflussenden Stoffen. 

Nur so ist es möglich, qualitativ äußerst hochwertige Destillate herzustellen.

Typische Inhaltsstoffe des
Vorlaufs: Acetaldehyd, Essigsäureester, Methanol
Mittellaufs: Ethanol, Ester, Säuren, Aromakomponenten der Frucht, ätherische öle
Nachlaufs: äthylester, höhere Ester, Furfurol, höhere Alkohole, Ethylcarbamat.